Gute Kaffeekultur kommt aus Thalwil

Gute Kaffeekultur kommt aus Thalwil

Gibt es etwas Besseres, als den Duft von frischem Kaffee am Morgen? Kaffee ist seit Jahrzehnten Wachmacher und Kultgetränk. Dass die italienische Kaffeekultur auch in der Schweiz einen hohen Stellenwert hat, ist nicht zuletzt dem Thalwiler Traditionsunternehmen Illycafé zu verdanken.

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Seine Gäste empfängt Illycafé-Geschäftsführer Riccardo Seitz im schmucken Konferenzraum der Firma. Der Raum duftet standesgemäss nach frisch gemahlenem Kaffee. Neben dem langen Konferenztisch steht ein Tresen mit sieben Kaffeemaschinen unterschiedlichster Bauform. Zu trinken offeriert der Direktor – Überraschung – hauseigenen Kaffee aus einer der Maschinen. Seitz arbeitet seit über 30 Jahren für Illycafé. Er führt die Thalwiler Traditionsrösterei in zweiter Generation. «Kaffee ist aus dem Leben nicht wegzudenken», erklärt der Unternehmer zwischen zwei Schlucken Espresso. «Und die Popularität des gepflegten Kaffeetrinkens steigt ungebremst weiter. Barista-Kurse boomen.»

«Kaffee ist aus dem Leben nicht wegzudenken» 

Die anhaltende Erfolgswelle des Kaffees freut den Illycafé-Chef. Schliesslich ist die Thalwiler Rösterei entlang der gesamten Kaffee-Wertschöpfungskette unterwegs. Vom Rohstoffeinkauf, über die Röstung, das Verpacken und die Distribution – alles wird von Thalwil aus erledigt. Rechnet sich das, ein Produktionsbetrieb im Hochpreisland Schweiz? Geschäftsführer Riccardo Seitz nickt: «Vorausgesetzt sind schlanke Prozesse. Aber mit einem regionalen, qualitativ hochstehenden Produkt kann man auftrumpfen – auch wenn es halt etwas teurer ist.»

Der Chef versteht sein Handwerk: Riccardo Seitz macht Kaffee.
Der Chef versteht sein Handwerk: Riccardo Seitz macht Kaffee.

Geröstet werden die edlen Bohnen in riesigen Trommeln gleich zwei Türen weiter. In der Rösterei versteht man zwar vor lauter Lärm das eigene Wort kaum, dafür riecht es herrlich nach Kaffee. Bis zu 150 Kilogramm Kaffeebohnen rösten die riesigen Maschinen in einem Durchgang. «Ganz viele Faktoren machen am Schluss den perfekten Kaffee in der Tasse aus», erklärt Seitz, «der Röstgrad ist einer davon.» Ebenso wichtig seien der Mahlgrad, die Wasserqualität und der Druck beim Aufbrühen.» Illycafé vertreibt Kaffee – Bohnen, gemahlen oder gekapselt – vor allem an Kunden aus der Gastronomie. «Immer häufiger dürfen wir aber auch Geschäftskunden betreuen», erklärt Riccardo Seitz. Denn auch für Firmen werde es immer wichtiger, ihren Mitarbeitenden und Kunden Qualitätskaffee zu offerieren.

Man sieht förmlich, wie gut das riecht.
Man sieht förmlich, wie gut das riecht.
Der Rohstoff: Kaffeebohnen im Lager.
Der Rohstoff: Kaffeebohnen im Lager.
Brauchen noch Farbe: Leicht angeröstete Bohnen,
Brauchen noch Farbe: Leicht angeröstete Bohnen,
Das Endprodukt: Einfach guter Kaffee.
Das Endprodukt: Einfach guter Kaffee.

Seit der Gründung der Firma vor dem zweiten Weltkrieg führt die Familie Seitz die Geschäfte – in den Anfängen gemeinsam mit der Familie Illy aus Triest. Die Illys – sie gelten als Erfinder der modernen Espressomaschine – zogen sich in den späten 60er-Jahren aber aus dem Zürcher Geschäft zurück. Heute steht Illycafé für echten Schweizer Qualitätskaffee. 600 Tonnen Bohnen werden in Thalwil Jahr für Jahr geröstet, verpackt und abgesetzt – das entspricht 65 Millionen Tassen Kaffee. Illycafé habe massgeblich dazu beigetragen, dass die italienische Kaffeekultur in der Schweiz heute so verbreitet sei, erzählt Riccardo Seitz sichtlich stolz. Den morgendlichen Espresso haben die Schweizerinnen und Schweizer also immer auch ein wenig dem Thalwiler Traditionsunternehmen zu verdanken. 

Illycafé ist seit je her ein klingender Name in der Welt des Gourmetkaffees. Das Traditionsunternehmen am Ufer des Zürichsees wird 1939 vom Basler Carlo Seitz sowie den Triestinern Francesco Illy sen. und Roberto Hausbrandt sen. gegründet. Die Mehrheit der Beteiligung ist seit Anfang an beim Schweizer Carlo Seitz. Er machte den Betrieb in der Schweiz zur feinsten Adresse des Schweizer Kaffeemarktes. Das nötige Handwerk eignete er sich in Triest (Italien) an.

Illycafé bezieht Strom bei EKZ.